Paskalwen

Gelegentliche Texte

Klimafaschismus

Was da als „Extinction Rebellion“ in der vergangenen Woche durch Berlin und Europa tobte, kommt nicht von ungefähr: Es basiert auf Klima-Hysterie, die mit den inzwischen fast schon sprichwörtlichen Worten Greta Thunbergs ihren Anfang nahm: „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ Die sektenartige „Extinction Rebellion“ ist Ausdruck der Radikalisierung der Klimafanatiker, und sie ist Fleisch vom Fleische der „For Future“-Leute. Derartige Radikalisierung blüht irgendwann fast jeder politischen Massen-Bewegung. Das war  1968 so. Das ist heute so.

Betrachtet man die Bilder, dann  nimmt bei den „Ausrottungsrebellen“ die Hysterie bereits Formen religiösen Wahns an, ganz ähnlich wie er bei Figuren zu beobachten war, die früher mit „Das Ende ist nah“-Schildern durch Fußgängerzonen wankten. Das erinnert auch an mittelalterliche Erregungen, wenn ein Komet am Himmel erschien, der angeblich den Weltuntergang ankündigte. In jedem Fall ist die Ratio ausgeschaltet. Es handelt sich um einen Rückfall hinter die Aufklärung, um Hingabe an angstgetriebene Leidenschaften.

Es gibt schließlich eine apokalyptische Tradition, die sich seit mehr als 2000 Jahren durch alle monotheistischen Religionen zieht. Da wird heute mit der Klima-Frage vielleicht sogar ein anthropologisches Grundbedürfnis bedient, und es paart sich wie einst Angst vor dem Untergang mit schwärmerischer Heilserwartung – etwa wie in den Geißlerzügen, dem Kinderkreuzzug oder bei den Zeugen Jehovas, die für 1975 den Untergang der Welt vorausgesagt hatten.

Leider waren das aber nicht alles harmlose Spinner. Fanatiker wie Thomas Müntzer oder die Führer der Täufer in Münster duldeten in ihrem religiösen Wahn keine Abweichler. Das kostete Blut. Gewalt und Zwang waren nur allzu oft Mittel der Wahl, um den Zusammenhalt apokalyptischer Gemeinschaften zu sichern und ihre Ideologien zu verbreiten. Mit Zwang sollte eine vermeintlich paradiesische Zukunft gesichert werden, denn die war nur erreichbar, wenn der Einzelne ganz in der Gemeinschaft aufgeht und ihre Regeln widerspruchslos befolgt.

Die „Ausrottungsrebellen“ pflegen nun nicht nur ausgeprägte Apokalypse-Angst und Heilserwartung, sondern auch Stil und Form, auf die sogar Benito Mussolini neidisch geworden wäre. Da fehlt weder das eingängige Symbol noch eine avantgardistische Uniformierung. Das Ganze ist radikal, antidemokratisch, durchaus sektenhaft und will nichts weniger als einen Totalumsturz der existierenden Ordnung.

Der Führer der Truppe, der gescheiterter Bio-Bauer Roger Hallam, macht nun alle außer den Sekten-Mitgliedern für sein Scheitern verantwortlich, indem er es auf den „Klimawandel“ schiebt. Klar – es sind immer die anderen Schuld. Solche Leute, gescheiterte Maler oder eben Biobauern, gebärden sich offenkundig gern radikal und menschenverachtend. Hallam: „Menschen werden getötet werden. Das ist Teil des Prozesses des politischen Wandels“, sagte er der BBC. Sein Thema sei „größer als die Demokratie“. So reden Phantasten, die von Diktaturen träumen.

Angeblich sind die Aktionen der „Rebellen“ gewaltfrei – aber natürlich sind auch Blockaden, die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit behindern, Gewalt. Angesichts der Mittel und Ziele dieser Leute gilt ohne Zweifel: Wer sie verteidigt – sie genießen ja bis hinein ins bürgerlich-linke Juste Milieu Sympathien – hat sich von der Demokratie verabschiedet.

Traurig aber wahr: Es gilt offenkundig zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die Freiheit des Einzelnen gegen eine aufgeputschte, hyperventilierende und dabei durch Entschlossenheit, Fanatisierung und Kompromisslosigkeit gefährliche Masse zu schützen.

Glosse: Klimaschutze! Aber endlich richtig!

Deutschland, Du Liebchen! Haben seine Bewohner einmal entschieden, dass sie in eine bestimmte Richtung marschieren, dann bringt sie nichts davon ab. Schon seit rund 150 Jahren nicht. Man kennt das in Europa. Jetzt ist es wieder so weit: Es geht um nichts weniger als die Rettung der Welt. Der Deutsche will mutig voran schreiten, wohin sonst niemand gehen will. Das CO2 muss runter, Kohle weg, Verbrennungsmotoren auch, eine CO2-Steuer aber her! Sonst droht die Apokalypse. Die Klima-Apokalypse.

Doch – oh Graus – zu kurz gesprungen! So entschlossen sich der klimabewegte Deutsche dieser Tage geriert, so unzulänglich sind seine Anstrengungen. Mindestens 32 Euro Klimasteuer pro Nase und Monate? Elektroauto statt Diesel? Gut gemeint, doch nur Placebo! Sagt jedenfalls die Wissenschaft. Oder mindestens Teile davon.

Man darf natürlich zweifeln, denn Zweifel ist grundsätzlich eine menschliche Tugend, doch schauen wir uns das mal genauer an: In Schweden, dem Sehnsuchtsland des deutschen Klimakämpfers, gibt es die Uni Lund. Dort forscht Seth Wynes. Der hat eine Studie veröffentlicht. Fazit: Der Verzicht auf Kinder ist das wirksamste Werkzeug zum  Klimaschutz! Fast 59 Tonnen CO2 brächte jedes eingesparte Kind im Jahr. Zum Vergleich: Vegetarische Ernährung spart nur 0,8 Tonnen. Also ran Ihr Deutschen! Oder besser: Bleibt weg voneinander!  Sofort aufhören mit dem Kinder zeugen! Das erst macht ja das Kraut fett! Geburtenstreik fürs Klima dürfte zwar dem Sozialsystem nicht gut bekommen – aber irgendwo muss man halt Opfer bringen.

Das gilt übrigens auch für weitere Aspekte des Lebens – sagt jedenfalls der „Umweltökonom“ Niko Paech. Der las neulich dem zögerlichen deutschen Klima-Homöopath mal so richtig die Leviten. Der sollte gefälligst nur noch zwischen 20 und 30 Stunden arbeiten – und zwar ohne Lohnausgleich. Verarmen fürs Klima also, und bitte zack, zack! Für das, was bleibt, soll der  Deutsche  sich dann bitte auch nichts mehr kaufen können – jedenfalls, geht es nach Paech, keine Autos, Urlaubsreisen, kein Fleisch und nur noch möglichst kleine Buchten, um darin  asketischen dahin zu vegetieren.

Natürlich sollte man als I-Pünktchen auch unbedingt die Idee des Grazer Musik-Professors Richard Parncutt aus dem Jahr 2012 dem Vergessen entreißen. Sonst wird das alles ja nichts. Der hatte in einem Text auf der Uni-Homepage geschrieben: „Die Todesstrafe ist angemessen für einflussreiche Leugner der Erderwärmung.“ Dann wäre endlich auch das Problem mit den ewigen, lästigen Zweiflern gelöst.

Und dann hätten wir da noch eine streng wissenschaftliche Lösung der Ernährungsprobleme bei gleichzeitigem nachhaltigem Klimaschutz. Der schwedische Marketing-Professor Magnus Söderlund schlug neulich vor, dass die Menschen einfach ihre Toten aufessen sollten – das würde dem Klima richtig gut tun. Menschenfleischkonserven gegen Klimawandel. Das ist doch mal was Kreatives!

Also, Deutsche! Da geht’s lang! Hacken zusammen, die blauen Augen fest auf die klimagerechte Zukunft fixiert und durch! Klotzen nicht kleckern! Weltenrettung gibt es nicht für lau. Wo gehobelt wird, da fallen Späne!

Der letzte macht dann bitte das Licht aus.