Paskalwen

Gelegentliche Texte

Grüne totalitäre Borniertheit

Das Selbstbild von Grünen und ihren Anhängern ist in der Regel dies: Wir sind immer die moralisch Überlegenen und auf der richtigen Seite. Wir sind die Weltenretter und diejenigen, die allein das Gute im Sinn haben. Unser Weg ist immer der richtige. Wir sind die bunten Hohepriester der Toleranz.

Letzteres  gilt natürlich nur so lange, wie die ersten Punkte nicht in Frage gestellt werden. Geschieht dies, oder wagt sich jemand tatsächlich, eine Diskussion über links-grünen Axiome vom Zaune zu brechen, dann ist es mit der Toleranz sehr schnell vorbei. Ein schlagendes Beispiel erlebte ich dieser Tage, nachdem mein Kommentar zum Parteitag der Grünen erschienen war. Eine Leserin schrieb mir einen Brief, mit folgender Passage:

Warum gehen Sie nicht dorthin wo Sie geboren sind. Da können Sie jeden Montag mit marschieren und skandieren:  wir sind die Gesellschaft! Da gehören Sie doch hin und nicht nach Oldenburg! Oldenburg braucht keinen Alexander Will. … Spaß, Mut und Lust an Politik, vermutlich auch Phantasie und Visionen wie es die Grünen jetzt mitreißend demonstrieren, waren diesem Volk ja verboten und sind es offenbar leider immer noch für Ihresgleichen. Für meinen Vorschlag spricht auch, dass zu jedem Ihrer Artikel mittlerweile eine Gegendarstellung/Alternative abgedruckt werden muss. Ist das für einen Journalisten nicht peinlich. Wie wär’s? Zurück, wo Sie herkommen und Ihre Welt ist wieder vom Kopf auf die Füße gestellt. Oldenburg braucht keinen Alexander Will. Auf gehts.

Mit anderen Worten: Scher‘ Dich nach drüben, wo Du hingehörst, Zoni!

Der Dame habe ich natürlich trotzdem ein nettes Briefchen geschrieben und sie zu einer Führung durch die Redaktion und einem persönlichen Gedankenaustausch eingeladen. Die Antwort spiegelte dann die demokratischen Tugenden des grünen Milieus auf hervorragende Weise:

Mit Wortverdrehern diskutier ich nicht. … Basta! das macht schlicht keinen Spass.

Was Grünen-Anhängern zunächst nicht in die Köpfe will ist dies: Es gibt so etwas wie einen Streit der Meinungen. Ein Medium tut gut daran, mehr als eine abzubilden. Demokraten machen das so: Sie geben Ansichten Raum und ermöglichen einen Wettbewerb der Meinungen. Aber grüne Köpfe nehmen das als „Gegendarstellung“ wahr. Im Grunde zeigt sich hier totalitäres Denken. Wer nicht unsere Ansichten vertritt, der soll sich verziehen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Die Kommunisten haben dieses Denken zum Extrem getrieben: Sie stellten massenweise Menschen mit abweichenden Meinungen an die Wand.

Die kommunistische Erfahrung fehlt Grünen und ihren Anhängern. Deswegen hassen sie Ostdeutsche und sehen sie als eine Art minderwertige Spezies. Weil Menschen im Osten andere Erfahrungen gemacht haben. Weil sie nicht der westdeutschen Mittelschicht angehören. Weil sie vielfach deren Überzeugungen nicht teilen und realistischer sind. Weil viele das so oft gefühlige, esoterische Geschwafel im linksliberal-grünen Raum nicht ertragen. Dieses Milieu wähnt sich auf höherem Grund. Man fühlt sich dort als besserer Mensch und blickt herab von einer vermeintlich überlegenen moralischen und kulturellen Warte. Ressentiments gegen Ostdeutsche darf man aber pflegen. Das ist in diesen Kreisen Konsens und akzeptiert, und das ist natürlich eine zutiefst kolonialistische Haltung. Dabei ist es doch so: Da urteilen Menschen über Leben, von denen sie keine Ahnung haben. Schlimmer noch: Von denen sie nichts wissen wollen, über die sie nicht lernen möchten.

Das politische „Grün“ darf man also ohne Bedenken als Synonym für einen bornierten Hang zu moralinsaurem Totalitarismus verstehen.

Nachtrag:

Auf Twitter erreichte mich folgende Nachricht:

Witzig, ich habe genau das gemacht. Nach gut zwanzig Jahren Oldenburger Borniertheit bin ich wieder zurück in den Osten, hier lebt es sich freier, die Menschen sprechen aus was sie bedrückt und es gibt endlich kontroverse Diskussionen über Politik. Ich bereue es nicht.

Interessant.

Pallywood in Ramallah (mit Update, 18. Dezember)

Voller Empörung meldeten heute arabische Nachrichtenkanäle, Webseiten und Twitteraccounts folgende Geschichte:

Israelische Soldaten sollen also einen „palästinenensischen Jugendlichen“ mit 15 Schüssen „exekutiert“ und dann auch noch seine Behandlung verhindert haben.

Die Geschichte ist – wie so oft – erstunken und erlogen. Was in Wirklichkeit passiert ist, zeigt dieses Video und erläutern Berichte von unabhängigen Journalisten, die vor Ort waren und auch die nachfolgenden Ereignisse verfolgt haben.

 

Der Vorfall hat sich also so abgespielt: Nach dem Freitagsgebet zogen aufgehetzte junge Araber in Ramallah zum nächsten Wachposten der israelischen Armee. In der Stadt selbst gibt es nämlich gar keine israelischen Soldetan mehr, denn sie ist Sitz der Autonomiebehörde und steht unter arabischer Sicherheitsverantwortung. Unter der Steine werfende Menge befanden sich – wie üblich – mehrere palästinensische Kamerateams, und unter eines davon hatte sich der im Video auftretende Terrorist gemischt. Der Mann griff einen Grenzpolizisten an, verletzte ihn mit einem Messer und wurde kurz darauf von einer Kugel getroffen. Er trug zudem einen Sprengstoffgürtel. Ob das Gerät funktionstüchtig war oder nicht, ist noch unklar. Die Grenzer forderten die Sanitär zum Zurückbleiben auf. als sie den Sprengstoffgürtel erkannten.

Merke: Arabische Lügen hatten wieder einmal kurze Beine.

Update:

Im Nachhinein hat sich nun herausgestellt, dass der Sprengstoffgürtel eine Attrappe war. Zudem hat die israelische Polizei Fotos veröffentlicht, die zeigen, wie der Attentäter Mohammed Aqal  (29) sich in einer Gruppe arabischer Journalisten versteckt, um näher an sein Ziel heran zu kommen. Letzteres illustriert zum einen absolute Skrupellosigkeit. Zum anderen stellt sich aber die Frage, in wie weit Journalisten hier zwielichtige Elemente geduldet haben. Gewöhnlich kennt man sich nämlich untereinander, wenn man Kollegen bei solchen Einsätzen begegnet.

Mohammed Aqal versteckt sich in einer Gruppe von Journalisten. Foto: Israel Police